Steueränderungen ab 1.1.2021 nach Beschlussvorlage des Jahressteuergesetz 2020

Einführung einer Homeoffice-Pauschale

Liegt kein häusliches Arbeitszimmer vor und wird auf eine Abzug der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer verzichtet, kann der Steuerpflichtige für jeden Kalendertag, an dem er seine betriebliche und berufliche Tätigkeit ausschließlich in der häuslichen Wohnung ausübt und keine außerhalb der häuslichen Betätigungsstätte aufsucht einen Betrag von € 5,00 geltend machen, höchstens € 600,00. Die für ein typisches häusliches Arbeitszimmer geltenden Voraussetzungen werden hier nicht angewendet.

Diese Regelung gilt für nach dem 31.12.2019 und vor dem 1.1.2022 in der häuslichen Wohnung ausgeübten Tätigkeiten.

Fristverlängerung für Corona-Zahlungen

Für die Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 11a EStG für aufgrund der Corona-Krise an Arbeitnehmer gezahlte Beihilfen und Unterstützungen wird die Frist bis 30. Juni 2021 verlängert. Diese Fristverlängerung führt aber nicht dazu, dass im ersten Halbjahr 2021 die Corona-Beihilfe noch einmal in Höhe von € 1.500,00 steuerfrei gezahlt werden kann.

Anhebung Freigrenze für Sachbezüge

Die monatliche Freigrenze für Sachbezüge wird von € 44,00 auf € 50,00 angehoben. (Einkaufsgutschein)

Investitionsabzugsbetrag

Bislang waren bewegliche Wirtschaftsgüter begünstigt, die im Jahr der Investition und im Folgejahr zu mindestens 90% betrieblich genutzt werden. Mit dem Jahressteuergesetz 2020 fallen auch vermietete Wirtschaftsgüter in den Anwendungsbereich des § 7g EStG in diesem Zeitraum. Das gilt unabhängig von der Dauer der Vermietung. Somit sind künftig auch längerfristige Vermietungen für mehr als drei Monate unschädlich.

Die begünstigten Investitionskosten werden von 40% auf 50% angehoben.

Für alle Einkunftsarten gilt eine einheitliche Gewinngrenze von € 200.000,00 als Voraussetzung der Inanspruchnahme von Investitionsabzugsbeträgen. Diese Änderungen gelten erstmals für Investitionsabzugsbeträge und Sonderabschreibungen, die in nach dem 12.2019 endenden Wirtschaftsjahren in Anspruch genommen werden.

Erhöhung des Übungsleiterfreibetrags

Der Übungsleiterfreibetrag wird von bisher jährlich in Höhe von € 2.400,00 auf € 3.000,00 angehoben. Der Ehrenamtsfreibetrag wird von € 720,00 auf € 840,00 erhöht.

Anhebung der Grenze für den vereinfachten Zuwendungsnachweis

Für Spenden z.B. nach Aufrufen zu Katastrophenhilfen genügte bisher ein Beleg des Kreditinstituts, wenn der gespendete Betrag € 200,00 nicht überstiegen hat. Diese Grenze wird ab 1.1.2021 auf € 300,00 angehoben.

Umsatzgrenze für die Durchschnittsbesteuerung zur Umsatzsteuer bei land- und forstwirtschaftlichen Betrieben.

Die Anwendung der Pauschalierung der land- und forstwirtschaftlichen Umsätze wird auf eine Umsatzgrenze von € 600.000,00 beschränkt Dies gilt erstmals für Umsätze, die nach dem 31.12.2021 bewirkt werden.

Umsatzsteuersätze

Für Leistungen, die nach Ablauf des 31.12.2020 erbracht worden sind, gelten wieder die vor dem 1.7.2020 anzuwenden Steuersätze mit 19% bzw. 7%. Bei Umsätzen in der Gastronomie gelten für die Zeit vom 1.1.2021 bis 30.6.2021 für Speisen 7% und für Getränke 19%. Bei Pauschalangeboten mit Speisen und Getränken gewährt die Finanzverwaltung eine Vereinfachungsregelung. Hier wird nicht beanstandet wenn 30% des Pauschalpreises für Getränke angesetzt werden.